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Paracas-Kultur

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Im südlichen Küstenbereich enstand ab 800 v. Chr. eine künstlerisch hochentwickelte Gesellschaft die, nach der gleichnamigen Bucht, Paracas-Kultur genannt wird. Ausgehend von den gefundenen Grabfeldern wird die Entwicklung häufig in zwei Perioden geteilt: Paracas Cavernas zwischen 400 und 200 v. Chr. und Paracas Necrópolis zwischen 200 v. Chr. und 100 n. Chr. Das politische Zentrum der Paracas-Kultur war wahrscheinlich das Chinca-Tal, wobei die Paracas-Halbinsel vermutlich in erster Linie als Begräbnisstätte diente. Die außerordentliche Kunstfertigkeit zeigt sich vor allem in den textilen Funden, die dank der Trockenheit der südlichen Küstenwüsten erhalten blieben. Die Stoffe des peruanischen Nordens besaßen ebenfalls eine hohe Qualität, konnten jedoch die Feuchtigkeit der sintflutartigen Regenfälle auf Grund des El Niño-Phänomens in dieser Region nicht überstehen.

Aus der Paracas-Kultur sind die ersten Geoglyphen nachgewiesen, z.B. der bekannte Él Candelabro´ auf der Paracas-Halbinsel. Viele Geoglyphen findet man in der Provinz Palpa. Diese werden ebenfalls der Paracas-Kultur zugeordnet, da sie nachweislich tausend Jahre älter als die nahegelegenen Nazca-Linien sind. Darüber hinaus weisen die Paracas-Geoglyphen gegenüber den Nazca-Linien erhebliche Unterschiede in Bezug auf Motive und Standorte auf. Viele sind auf einem Hügel und nicht auf dem Boden des Wüstentals errichtet.

Die Petroglyphen von Chichictara. Diese archäologische Stätte mit zahlreichen Felszeichnungen liegt im Palpa-Tal unweit der Stadt Palpa. Die Petroglyphen stellen größtenteils Figuren geometrischer, anthropomorpher und zoomorpher Natur dar, die die Weltanschauung der Andenvölker wiedergeben: Figuren von Kriegern, Andenhirschen, Katzen, Vögeln, Schlangen, Kondoren, Garnelen und Affen. In diesem Gebiet wurden mehr als 1.200 Petroglyphen identifiziert, was es zu einer der größten Petroglyphenstätten an der Südküste Perus macht. Die Petroglyphen sind leider nicht zusammenhängend aufzufinden. Man hält am Straßenrand und wandert zwischen den Felsen umher. Ein Besuch ist dennoch lohnenswert.

Während der Spätphase der Necrópolis-Periode sind in den küstennahen Tälern Einflüsse der Topará-Kultur sichtbar. Beide Kulturen gingen dann allmählich in die Nazca-Kultur auf.


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