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Chavín-Kultur

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Chavín de Huántar ist eine archäologische Stätte in Peru, die einer Kultur den Namen gegeben hat, die sich zeitlich zwischen 900 bis 200 v. Chr. erstreckte. Chavín lag im Andenhochland an einem Schnittpunkt zwischen der Verbindung vom Bergland zur Küste und der Route von Norden nach Süden und besaß daher eine strategische Lage, die den Zustrom zahlreicher kultureller Elemente ermöglichte. Die Chavín-Kultur beeinflusste stark die umliegenden Zivilisationen, einschließlich der späteren Moche- und Nazca-Kulturen. Seine Wirkung erstreckte sich über das Hochland hinaus auf Küstengebiete und erleichterte den Austausch von Ideen und Gütern in verschiedenen Regionen Perus. Annahmen gehen dahin, dass Chavín de Huántar während seiner Blütezeit ein bedeutendes religiöses und kulturelles Machtzentrum war.

Im Tempelinneren gibt es labyrinthartige unterirdischen Gänge, in denen vermutlich Initiationsriten und spirituelle Zeremonien für exklusivere Rituale einer ausgewählten Gruppe abgehalten wurden. Von zentraler Bedeutung war der Lanzón, eine 4 Meter hohe monolithische Skulptur im Zentrum des Tempels, im Äußeren zoomorphe Steinköpfe und Stelen, die Mischwesen zeigen. Die beiden wichtigsten, nach ihren Entdeckern benannten Monolithen, sind der Tello-Obelisk und die Raimondi-Stele. Die Hauptmotive des Chavín-Stils sind Menschen-, Vögel-, Katzen- und Krokodil- oder Schlangenfiguren; diese werden oft zu hochkomplexen Mischwesen kombiniert.

Keramik und weitere Museumsstücke. Heutzutage ausgestellt im Museo Nacional Chavín oder in den großen Museen in Lima.

Das letzte Foto zeigt ein Steinmonument aus der archäologischen Stätte Pacopampa im nördlichen Hochland Perus, ausgestellt im Museo Larco, Lima. Die Kultur stammt aus der annähernd gleichen Zeit wie die Chavín-Kultur und dürfte von dieser stark beeinflusst sein.

Die Bedeutung von Chavín besteht darin, dass viele der lokalen oder regionalen Kulturen der Region zum ersten Mal durch eine gemeinsame Religion vereint wurden. Nach dem derzeitigem Wissensstand war Chavín de Huántar Sitz einer mächtigen Theokratie, die in der Lage war ihren eigenen Glauben durch Handel und aktive Bekehrung weit zu verbreiten. Sie kann daher als älteste der großen Kulturen Altperus eingestuft werden. Das Ausmaß der politischen Einigung bleibt ungewiss.


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