Ein Beispiel für Einstellungen und Nutzung von Adblockern für Windows-PCs und Android-Smartphones.
Hier beschäftigen wir uns auf einer pragmatischen Ebene mit dem Thema Datenschutz und Datensicherheit am Router, Windows-Desktop und Smartphone. Dabei geht es nicht um theoretische Abhandlungen. Auch gibt es keine oder nur wenige technische Erklärungen. Im Fokus steht:
- Mit welchen Tools kann ich das Tracking verhindern?
- Werde ich auf einer Webseite getrackt? Wenn ja, welche Tracker sind es und wo bekomme ich Informationen über sie?
- Wie überprüfe ich, ob die Tools funktionieren?
- Welche Unterschiede beachte ich für PC und Handy?
Manch einer fragt sich: Ist doch alles nicht so schlimm. Was soll´s, der Aufwand ist mir zu hoch etc.
Wer in sozial sensiblen Bereichen arbeitet, womöglich sogar Mediziner, Anwalt oder Journalist ist oder
nicht möchte, dass die Kinder über Standorttracking durch Dritte aufspürbar sind, sieht dies vielleicht
anders. Andere mögen das Werbetracking nicht, das aufgrund des Surfverhaltens eingespielt wird und die
Webseiten verlangsamt. In unserem ganz normalen Familienhaushalt werden etwa 25 % der Anfragen
blockiert.
Im Folgenden stelle ich daher einige Werkzeuge und meine persönlichen Empfehlungen vor. Wie so oft, gibt
es nicht das eine Werkzeug, das alles kann und jeder hat Vorlieben. Wichtig ist daher, dass man ein
Werkzeug benutzt, welches ist dann weniger entscheidend. Alle hier genannten Werkzeuge sind am Ende der
Webseite in einer Linkliste referenziert.
Netzwerk / Router
Wir starten mit der Einrichtung am heimischen Router und ändern die routerspezifischen Einstellungen für
das DNS.
Was benötigen wir? Alternative IP-Adressen für die DNS-Einträge im Router, diese stehen auf der Webseite
des jeweiligen Anbieters. Beispiel Router Fritz!Box: 1. Zur Vorsicht Backup der Fritzbox-Einstellungen.
2. --> Internet --> Zugangsdaten --> DNS-Server: Einstellungen für "Andere DNSv4-Server" und
"Andere DNSv6-Server" eintragen und auswählen. Zusätzlich "Auflösungsnamen der DNS-Server" eintragen.
Bei NextDNS (s. u.) ist dies der auf der Webseite von NextDNS im Reiter Einrichtung angegebene Eintrag
in der Zeile DNS-over-TLS/QUIC (xxxxxx.dns.nextdns.io). Danach prüfen, ob mit den neuen Einstellungen
alles funktioniert. Aufwand ca. 15 min um die geeigneten Angaben im Internet zu finden, 5 min für die
Einstellung der Fritz!Box.
Vorteil: DNS-basierte Filter reduzieren viele bekannte Werbe-, Tracking- und Schadsoftware-Domains. Sie ersetzen jedoch keinen Inhaltsblocker im Browser. Durch den Ansatzpunkt am Router werden alle Geräte im heimischen Netzwerk geschützt.
Beispiel: NextDNS - NextDNS bietet Datenschutz- und Protokollierungsoptionen, es gibt eine gute
Auswahl an Filterlisten, Einstellunen für "Black- und Whitelist", gerätespezifische Protokollierung (PC,
Smartphone x, Smartphone y etc.). Im kostenlosen Tarif stehen 300.000 DNS-Anfragen pro Monat zur
Verfügung. Wird dieses Kontingent überschritten, beantwortet NextDNS die Anfragen weiterhin, arbeitet
dann aber ohne die Filterfunktionen. Deshalb kann es sinnvoll sein, den Cache-Boost zu aktivieren und
die Zahl der Anfragen regelmäßig zu kontrollieren.
Verwendete Filter: NextDNS Ads & Trackers Blocklist, Steven Black, 1Hosts (Pro), EasyList Germany,
AdGuard Mobile Ads filter, EasyPrivacy. Die Eignung der Filterlisten hängt vom persönlichen
Nutzungsverhalten ab.
Alternativen: АdGuard DNS oder Rethink DNS (prinzipiell gibt es noch andere Möglichkeiten, wie
PI-hole oder VPN-SW, die aber technisch anspruchsvoller und daher nicht Gegenstand dieser Abhandlung
sind).
Einstellung am Smartphone: --> Einstellungen --> Verbindungen --> Weitere
Verbindungseinstellungen --> Privates DNS: Hostnamen des Anbieters des privaten DNS eintragen:
xxxxxx.dns.nextdns.io Dabei entspricht xxxxxx der Ziffer in der Einstellungstabelle von NextDNS. Wird
noch davor eine beliebige Zeichenfolge für das Smartphone gesetzt, ist die Protokollierung der
Netzzugriffe gerätespezifisch auswertbar, z.B. S21Berta-xxxxxx.dns.nextdns.io
Browser
Es ist bequem, den vorinstallierten Browser zu verwenden. Für mehr Schutz vor Werbung und Tracking sind jedoch Browser mit integriertem Schutz oder anpassbaren Erweiterungen sinnvoll.
Windows: LibreWolf oder Brave - LibreWolf ist ein datenschutzorientiertes Firefox-Derivat. Brave
basiert auf Chromium und bringt einen integrierten Werbe- und Tracking-Schutz mit. Für beide Browser
können datenschutzfreundliche Suchmaschinen wie Startpage, DuckDuckGo oder Brave Search eingerichtet
werden.
Einstellungen: Für die Suchmaschine Startpage aktivieren. Cookies, Website-Daten und Chronik beim
Beenden löschen.
Erweiterungen: uBlock Origin (alle Filter bis auf "mobile"), LibreWolf: Firefox
Multi-Account Containers
Alternativen: DuckDuckGo-Browser, Tor-Browser, Mullvad-Browser.
Mobil: Brave Browser oder Firefox/Fennec - Der Brave Browser ist nutzerfreundlich und bietet
Datenschutz "ab Werk". Firefox Android oder Fennec (F‑Droid), eine Android‑Abspaltung von Firefox,
können durch Erweiterungen angepasst werden.
Einstellungen: Startpage als Suchmaschine oder Brave Search, Cookies, Website-Daten und Chronik
beim Beenden löschen. Sicheres DNS verwenden: https://dns.nextdns.io/xxxxxx
Erweiterungen: s.o.
Alternativen DuckDuckGo-Browser, Tor-Browser.
PC und mobil: - Google Safe Browsing: Während die Desktop-Variante von Brave Anfragen zu Google
Safe Browsing über einen Proxy (safebrowsing.brave.com) leitet, nimmt die Android-Version direkt eine
Verbindung zu Google auf. Wer das nicht möchte, der muss die Funktion in den Einstellungen
deaktivieren.
Jeder Browser hat optisch und technisch seine Vor- und Nachteile. Bei den mobilen Firefox-Browsern
können via Erweiterung E-Mail-Aliase (Firefpx Relay oder Simple Login) eingerichtet werden. Das ist
äußerst praktisch, da die eigene, kostbare E-Mail-Adresse nicht jedem dritten Anbieter einer Webleistung
offenbart werden muss. Brave bietet diese Option nur in der Desktop-Version. Beim Programmieren am
Desktop ist eine AI-Seitenleiste sinnvoll.
Alternative zu uBlockOrigin:
AdGuard. Da sich Funktionen überschneiden und doppelt eingesetzt werden, sollte nur eines der Werkzeuge
eingesetzt werden. Beide Werkzeuge bieten eine wirksame Werbe- und Tracker-Blockierung.
Smartphone
Auf Smartphones greifen viele Apps außerhalb des Browsers auf das Internet zu. Einige binden Analyse-,
Absturzbericht-, Werbe- oder Marketing-SDKs ein. Umfang und Zweck dieser Komponenten unterscheiden sich
jedoch je nach App deutlich. Im Heimnetzwerk hilft die DNS-Filterung auch auf Smartphones. Unterwegs
kann ein privates DNS oder eine lokale Firewall-App zusätzlichen Schutz bieten.
TrackerControl und Exodus Privacy können Hinweise darauf geben, welche Tracker-Bibliotheken in
Android-Apps erkannt wurden. Die Ergebnisse beziehen sich stets auf eine bestimmte App-Version und sind
daher regelmäßig zu prüfen.
Werde ich getrackt?
Natürlich, aber wir haben ein sehr hohes Schutzniveau erreicht, wie man in der Analytik von NextDNS nachsehen kann. Einzelne Tracker lassen sich im Protokoll nachschlagen. Der Aufruf der Webseiten ist spürbar schneller geworden, Werbung wird vielfach ausgeblendet.
WhoTracks.Me zeigt für Webseiten eine umfangreiche Tracker- und Drittanbieterstruktur. Die ausgewiesenen
Werte sind als beobachtete Momentaufnahme zu verstehen: Sie können sich je nach Zeitpunkt, Region,
Cookie-Einwilligung, Login-Status und aufgerufener Unterseite unterscheiden. Schauen wir uns ein reales
Beispiel an, so sehen wir nach den Angaben von www.ghostery.com/whotracksme bei der Zeitschrift
"spiegel.de" 20 Tracker, die über mehrere Messungen ermittelt wurden. Darunter die üblichen
Verdächtigen: Microsoft, Google, Amazon, Adobe u.v.m.
Nicht jeder Drittanbieter dient unmittelbar der Werbung. Manche Komponenten werden beispielsweise für
Sicherheit, Consent-Verwaltung, Videos, Reichweitenmessung, Fehleranalyse oder interaktive Inhalte
eingesetzt. Trotzdem kann ein Browser mit Tracking-Schutz oder ein Inhaltsblocker die Zahl externer
Anfragen deutlich reduzieren. Dabei können einzelne Funktionen wie Videos, Live-Inhalte, Logins oder
Bezahlschranken beeinträchtigt werden. Bei Problemen sollten zunächst die Filterlisten geprüft oder
einzelne Domains gezielt freigegeben werden.
Fazit
Mit wenigen Anpassungen am Router, auf dem PC und auf dem Smartphone lässt sich der Anteil von Werbung und Tracking deutlich reduzieren. Wie wirksam die Maßnahmen sind, hängt jedoch von Browser, Filterlisten, installierten Apps und dem jeweiligen Internetangebot ab. In meinem Fall blockiert Brave auf der SPIEGEL-Startseite typischerweise etwa 10 bis 12 Tracker (Stand: September 2026).
Linkliste:
NextDNS - https://nextdns.io/de
AdGuard DNS - https://adguard-dns.io/de/welcome.html
Rethink DNS - https://rethinkdns.com/download
Kuketz Blog - https://www.kuketz-blog.de/
LibreWolf - https://librewolf.net/
DuckDuckGo - https://duckduckgo.com/
Tor Browser - www.torproject.org
uBlock Origin - https://ublockorigin.com/de
Adguard - https://adguard.com/de/welcome.html
Netguard - https://netguard.me/
f-Droid - https://f-droid.org/
TrackerControl - https://trackercontrol.org/
Exodus Privacy - https://exodus-privacy.eu.org/en/