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Dies und Das in der Tiefensee

Ein Überblick über die Ur- und Frühgeschichte des Menschen!

Die Erdneuzeit umfasst die Zeit nach dem Aussterben der Dinosaurier bis heute. Das Klima auf der Erde war zunächst wesentlich wärmer, bis vor ca. 23 Mill. Jahren eine allmähliche Abkühlung begann. Nach dem Aussterben der großen Reptilien gab es Raum für neue Entwicklungsgruppen. An die Stelle der Flugsaurier traten Vögel und allmählich besetzten Säugetiere die ökologische Nischen, die die Saurier hinterlassen hatten. Die Tier- und Pflanzenwelt entwickelte sich, wie wir sie heute kennen.


66-25 Mill. Jahre

Fossil der Art
                    Darwinius masillae

Ida (ausgesprochen EE-duh) ist das einzige Fossil der Art Darwinius masillae, einem Primaten, der vor etwa 47 Millionen Jahren lebte. Ida ist das vollständigste Primatenfossil, das jemals entdeckt wurde. Fundort Deutschland, Illustration National Geographic.

War Ida ein direkter Vorfahr von Affen und Menschen? Vermutlich nicht. Heutige Erkenntnisse gehen davon aus, dass Ida zu den "Feuchtnasenprimaten" zählt, zu denen heute die Lemuren und Loris (früher Halbaffen genannt) gehören. Die gemeinsamen Vorfahren der Feuchtnasen und der "Trockennasen", zu denen Affen und Menschen zählen, werden zeitlich in die Kreidezeit verortet. Primatenfossilien aus dem Paläogen, dem ersten geologischen Zeitalter der Erdneuzeit, können meist einer der beiden Gruppen zugeordnet werden.

Klar ist, im Paläogen entwickelten sich die Primaten. Winzlinge, die in den Baumkronen der Wälder reichlich Nahrung und Schutz vor Feinden fanden. Sie ernährten sich zunächst von Insekten. In Anpassung an die Astwelt des Baumbiotops veränderte sich die Stellung der Augen am Kopf. Die zunächst seitlich liegenden Augen verlagern sich im Verlaufe von Jahrmillionen nach vorn. Das ermöglicht eine Raumtiefenwahrnehmung und eine Gestaltwahrnehmung sowie ein Abschätzen von Entfernungen durch die Überschneidung der Gesichtsfelder beider Augen.


25 - 5 Mill. Jahre

Über 100 verschiedene Affenarten leben auf Bäumen in tropischen Regenwäldern

Reproduktion des Fossils
                    Proconsul auf einem Ast kletternd

Proconsul - Ein schwanzloser Vierfüßer, Skelett datiert auf 23 - 14 Mill. Jahre. Ältester bekannter Vorfahr aller Menschenaffen, Fundort Kenia.

Bei der Fortbewegung auf den Ästen hatten jene Formen einen Auslesevorteil, die zunächst den Daumen abspreizen und später die äste umgreifen konnten (Entwicklung der Greifhand). Bei der Nahrungsaufnahme nahmen die Affen häufig eine Sitzhaltung ein. Dabei waren die vorderen Extremitäten frei für andere Tätigkeiten. So konnten sie z.B. mit den Händen die Nahrung zum Munde führen. Die Vorfahren der Großen Menschenaffen lebten in Europa und Asien und gelangten von dort aus nach Afrika und China.

Reproduktion der Art
                    Pierolapithecus catalaunicus in sitzender Haltung

Pierolapithecus - Pierolapithecus ist eine ausgestorbene Gattung der Primaten, die vor rund 13 Millionen Jahren auf dem Gebiet des heutigen Spaniens vorkam. Er hatte eine deutliche Ähnlichkeit mit Großen Menschenaffen. Das Gesicht ist relativ kurz und der obere Nasenbereich liegt etwa auf gleicher Höhe mit den Augen.

In dieser Zeit, vor rund 18 bis 11 Millionen Jahren trennten sich (nach heutigem Stand der Forschung) die Entwicklungslinien in die Gibbons und die später wieder ausgestorbenen Gattungen der Südaffen (s.u.) sowie der großen Menschenaffen, zu denen Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas und Menschen gehören. Man kann davon ausgehen, dass Afrika in dieser Zeit von einer Vielzahl von Primaten bevölkert war. Am Ende dieser Entwicklung - vor ca. 7 Millionen Jahren - entstand wahrscheinlich der erste, aufrechte Gang.

Vor ca. 7 - 5 Millionen Jahren nahm die klimatischen Abkühlung weiter zu. Es kam zur Austrocknung des Mittelmeeres und zu Trockenzeiten und Dürre in Nord- und Mittelafrika, Savannen breiten sich in ganz Afrika aus, Wälder gab es nur noch im Süden Afrikas. Durch die Austrocknung der Sahara wandern Tierherden in Richtung Südeuropa und Vorderasien oder in Afrika weiter nach Süden. Das Zeitalter der „Südaffen" begann.


4 - 2,5 Mill. Jahre - Das Zeitalter der „Südaffen“ in Afrika (Australopithecinen)

Nachbildung von Lucys Skelett im Frankfurter Senckenberg Naturmuseum

Lucy - Teilskelett eines weiblichen Individuums des Vormenschen Australopithecus afarensis. Fundort Ostafrika, datiert auf ca. 3,2 Millionen Jahre.

Australopithecus

Australopithecus afarensis - Rekonstruktion Dinopark Münchehagen

Verschiedene Arten, aufrechter Gang, Hirnvolumen 400 bis 500 ccm, 1,20 - 1,40 m groß und 30-40 kg schwer, sehr großer Kiefer mit breiten Backenzahnkronen (pflanzliche Nahrung). Erste Waffen: Äste, große Steine als Schlagwerkzeug, Frischtotfleisch (!) als Nahrungsergänzung. Südaffen sind keine Jäger, sondern Beute für Raubtiere. Lebensraum: Lichte Zone afrikanischer Regenwälder. Vor ca. 2,8 Mill. Jahren erreicht die Trockenzeit ihren Höhepunkt. Nachfolgend entsteht als vorherrschender Landschaftstypus die Savanne mit vereinzelten Bäumen.


2,6 Mill. Jahre - Die Epoche der Altsteinzeit beginnt

Werkzeuggebrauch führt zu einer ersten kulturellen Evolution.

Steine werden die ersten Werkzeuge

Bokol Dora - Eine der ältesten Fundstätten von bislang entdeckten Steinwerkzeugen, datiert auf ca. 2,6 Mill. Jahre (Äthiopien).

An den Anfang dieser Zeit, vor 2,6 - 2 Mill. Jahren, wird die Übergangszeit von Australopithecinen zur Gattung Homo datiert. Die Altsteinzeit dauert bis ca. 12.000 v. Chr. (Paläolithikum, von griechisch (palaios) „alt“ und (lithos) „Stein“).

Der Gebrauch von Steinwerkzeugen war ein entscheidender Schritt in der Menschwerdung. Scharfe Steine helfen Tierkadaver auszuschlachten, Zeigegesten entwickeln die Kommunikation, erhöhte Fleischbeschaffung führt zu besserer Nahrung und ersten Wanderungen.

Längere Stillzeit der Frühmenschen führt zu evolutionärem Vorteil (Schutz der kleinen in der Gruppe, Wissensvermittlung, Sozialverhalten).

Rekonstruktion Homo habilis

Homo habilis - Rekonstruktion aus dem Museum of Human Evolution, Burgos.

Manche Archäologen (und Internetdarstellungen) unterscheiden zwischen Homo habilis (vor 1,9 - 1,8 Mill. Jahren) und nachfolgend Homo erectus. Die Klassifizierung von Funden kann umstritten sein, da zwischen Populationen aus verschiedenen geografischen Regionen durchaus Unterschiede in den Merkmalen bestehen. Ob diese Unterscheidung zutreffend ist, wird daher die weitere Forschung zeigen.


1,8 Mill. Jahre - Der aufrechte Mensch, Homo erectus, entwickelt sich in Afrika.

Rekonstruktion des Turkana Boy aus Kenia

Homo erectus - Rekonstruktion des Nariokotome-Junge. Auch als Turkana Boy bezeichnetes Fossil eines männlichen jugendlichen Individuums der Gattung Homo erectus, vollständig erhalten gebliebenes Skelett, 1984 in Kenia entdeckt, datiert auf 1,5 Millionen Jahre. Ein Junge mit Haar statt Fell, dessen Proportionen – Arme, Schultern, Brust und Beine – denen moderner Menschen ähnelten.

Die Landschaft zu dieser Zeit veränderte sich, die Waldbedeckung wich immer häufiger der offenen Savanne, wo sich Homo erectus, sichtbar für Raubtiere, verteidigen und um Fleisch konkurrieren musste. Der Homo erectus wird zum Dauerläufer und Tierjäger.

Die Körperbehaarung nimmt ab. Gejagt wird in Kleingruppen. Männer und Frauen, alle beteiligen sich. Das Sozialverhalten nimmt mit gemeinsamer Jagd zu. Verschiedene Kleingruppen treffen aufeinander und tauschen sich aus, auch die Gene! Die Sprache entwickelt sich. Das Feuer (Gewitter, Waldbrände) wird nutzbar. Sozialverhalten und kognitive Fähigkeiten nehmen weiter zu. Feuer bedeutet Wärme und schützt vor Raubtieren.

Rekonstruktion Homo erectus

Homo erectus - Rekonstruktion Dinopark Münchehagen.

Kleinere Zähne und Kiefer sowie insgesamt eine geringere Kaukapazität lassen darauf schließen, dass Homo erectus Fleisch aß, das mit einer hochwertigen pflanzlichen Ernährung aus Beeren, Samen, Nüssen, Knollen, Zwiebeln und Honig einherging. Nahrung mit Fleisch ist energiereicher, führt zur größeren Gehirnen (von 650 auf bis zu 1250 ccm) und ist gebraten leichter zu verdauen. Lagerfeuer sind soziale Mittelpunkte.

Ab 300 TJ - Homo erectus besiedelt weite Teile der Erde

Der Mensch wird nach und nach unabhängiger von der Natur und die Besiedlung neuer Klimate, ökologischer Räume und Kontinente wird möglich:

Vormenschen benutzen Werkzeuge; der H. erectus ist der erste Mensch der Werkzeuge herstellt. Die systematische Herstellung von Werkzeugen ist ein Wendepunkt der Evolution, vergleichbar mit der Dampfmaschine oder dem Computer. Ab 300 TJ v. Chr. deutlicher Zuwachs der Vielfalt von Werkzeugen, Faustkeile helfen Knochen aufzubrechen, Felle abzuschaben, Fleisch vom Tierkadaver zu lösen und Wurzeln auszugraben. Speere werden die ersten hergestellten Waffen der Menschheit.


Homo sapiens, der kluge, wissende Mensch, entwickelt sich in Afrika.

Lebend-Rekonstruktion

Homo sapiens - Lebend-Rekonstruktion des Homo sapiens vom Fundort Jebel Irhoud Marokko, mit rund 300.000 Jahren ältester Homo sapiens-Fund.

Es ist eine Frage des Blickwinkels, ob bestimmte afrikanische Fossilfunde als „später Homo erectus“ oder als „früher Homo sapiens“ angesehen werden, da sich der Übergang von einer Art zu anderen in jedem Fall stufenlos vollzog. Entscheidend ist, dass technisches Geschick, assoziatives Denken und kooperatives Verhalten zu perfekter Anpassung und letztlich zum Erfolg des heute einzigen Vertreters der Gattung Homo geführt haben.

Zu Beginn der letzten Kaltzeit vor 120.000 bis 110.000 Jahren war die Sahara eine begrünte Savanne; dann wurde sie zur Wüste in Nordafrika und Trockenzone in Äquatorialafrika. Dadurch entstand ein hoher Auswanderungsdruck. Der H. sapiens folgt den Tierherden und erobert die Welt:


Exkurs Mitteleuropa

Schautiefel mit Tieren der Altsteinzeit

Tiere der Kalt- und Warmzeiten. Schaubild Landesmuseum Detmold

Vor 2,6 Mill. Jahren vergletscherte die Antarktis, was bis heute andauert. Wir befinden uns geologisch in einer Eiszeit, in der sich längere Kaltzeiten mit kürzeren Warmzeiten abwechseln. Die letzte Kaltzeit endete vor ungefähr 11.600 Jahren. Die riesigen Gletscher, die weit in Norddeutschland vordringen konnten, banden so viel Wasser, dass der Meeresspiegel bis zu 100 m unter dem heutigen Niveau lag. Die Nordsee war eine baumfreie Kältesteppe, in der Menschen, Mammute, Rentiere und Antilopen lebten. Tiere entwickelten zum Schutz vor der Kälte dichtes Fell oder dicke Fettschichten. In den Warmzeiten wuchsen lichte Wälder, so kamen Waldelefanten und sogar Nashörner nach Mitteleuropa.

130 - 39 TJ - Hauptzeit des Neandertalers

Rekonstruktion Neandertaler

Neandertaler - Rekonstruktion Dinopark Münchehagen.

Artenreiche Wälder mit Hirschen, Rentieren, Wildpferden. Waldelefanten, Wollnashörnern, Mammuts, Löwen, Säbelzahntiger und Hyänen bestimmen Flora und Fauna. Im Norden Europas kam es durch die Weichsel-Kaltzeit zu großen Eisschilden von Skandinavien und Russland bis nach Norddeutschland und Brandenburg. Frühphase und Ende der Kaltzeit waren durch starke Klimaschwankungen geprägt.

Der Neandertaler ist in der „jüngeren“ Altsteinzeit“ in Europa und dem Nahen Osten die vorherrschende Jäger- und Sammlergesellschaft. Fundorte in ganz Europa, dem Nahen Osten und Südsibirien.

Ein Bild mit einem Faustkeil

Faustkeil - ca. 300 TJ vor Chr., wurde vom Homo erectus und vom Neandertaler verwendet, Landesmuseum Detmold.

Neandertaler sind geschickte Jäger, neue Waffen, wie die Speerschleuder helfen bei der Jagd, Feuersteinklingen als Messer und für Speere, Jäger müssen sich perfekt abstimmen können. Frauen und Männer sind gleichberechtigt, gehen gemeinsam auf die Jagd. Das Sozialverhalten wird komplexer, Bestattungen, Höhlenmalerei, Schmuck, Musikinstrumente, Figurinen, Pflanzen- und medizinische Kenntnisse. Einher geht eine bedeutende Steigerung der Sprachfähigkeit (anatomisch: Ausbildung des Zungenbeins). Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sie sich über Sprache verständigten – die anatomischen Voraussetzungen dafür besaßen sie jedenfalls. Steinwerkzeuge und Knochen bleiben viel besser Erhalten als pflanzliche Überreste von Mahlzeiten. Vermutlich ist der Anteil pflanzlicher Nahrung bei den Neandertalern und dem H. sapiens wesentlich höher gewesen, als der durch die energieaufwendige Jagd erzielte Anteil tierischer Nahrung.

Der Neandertaler wird 30 - 40 Jahre alt, ist ungefähr 1,60 m groß, bis zu 75 kg schwer und hat einen robusten Körper. Das Gehirn ist fast so groß wie beim heutigen Menschen und er läuft und bewegt sich auch so (frühere Darstellung als behaarter Halbaffe sind reine Phantasie gewesen). Eine Gruppe bestand aus 15 - 50 Personen.

Ab 45 - 12 TJ Homo sapiens wandert in mehreren Einwanderungswellen ein und verdrängt allmählich den Neandertaler.

Keine Gewalt, sondern Verdrängung durch bessere Fertigkeiten und Anpassung. Die Erfindung der Nähnadel erlaubt dem H. sapiens die Herstellung besserer Kleidung und dadurch das Überleben in eisiger Kälte. Neandertaler konnten selbst Feuer entfachen. Möglicherweise war der H. sapiens aber wesentlich geschickter in der Beherrschung des Feuers und konnte sich an stark wechselnde Klimabedingungen besser anpassen. Ferner Vermischung: Neandertaler-Gene sind Teil unseres Erbguts! Andere Hypothesen, z. B. Einschleppen von Krankheitserregern durch H. sapiens, können keine ausreichende Erklärung bieten.

Eine Höhlenmalerei, die Pferde darstellt.

Höhle von Lascaux - Die Höhle von Lascaux in Südfrankreich ist von herausragender kultureller Bedeutung, Weltkulturerbe. Zahlreiche Höhlenmalereien des H. sapiens, nach neueren Analysen datiert auf 19-18 TJ v. Chr.

Höhepunkt der Feuersteinbearbeitung, naturalistische Höhlenmalerei, noch kalt-trockenes Tundrenklima. Zunahme des Gehirnvolumens auf den heutigen Wert von 1500 ccm; max. 2000 ccm). Darstellung von Jagdszenen mit Bogenwaffen. Erster Tempelbau im heutigen Anatolien. Mit dem Ende der letzten großen Kaltzeit steigen die Temperaturen und typische Arten, wie Mammut oder Wollnashorn verschwinden oder überleben in Restpopulationen noch einige Jahrtausende in kühleren Regionen.

Ab 9 TJ - Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum).

Die Jungsteinzeit ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte, die als Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu Hirten- und Bauernkulturen definiert wird. Das entscheidende Kriterium für den Beginn des Neolithikums ist der Nachweis domestizierter Nutzpflanzen.

Ab 5,5 TJ vermehrt Siedlungen, Ackerbau und Viehzucht

Einwanderung aus Südeuropa führt zu vermehrtem Ackerbau (Einkorn, Emmer), Viehzucht (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen) und Handel. Einfache Holzpflüge, geschliffene Steinwerkzeuge, Mahlsteine. Im Laufe der Jungsteinzeit breiteten sich die Besiedlungen aus. Auf Böden, die nicht so fruchtbar waren wie Lößböden, wurde Brandfeldbau betrieben. Alle paar Jahre, zogen die Menschen weiter. Wälder wurden als Jagdgebiet und für die Waldweidewirtschaft genutzt. Zum Transport wurden Rad und Wagen entwickelt, die von Rindern gezogen wurden. Die Menschen stellten Keramikgefäße her und konnten so Vorräte für den Winter lagern. Erste Brunnen werden gebohrt. Kupferverarbeitung nimmt zu (Kupfersteinzeit).

Bild einer Tontafel

Tontafel aus Mesopotamien - ca. 3200–3000 v. Chr., Gegend von Uruk (heute Irak).

Wer etwas hat, will wissen, wieviel davon. In der Altsteinzeit wurde mit den Fingern gezählt, oder es reichten einfache Kerben und Markierungen aus. In der Jungsteinzeit wurden bereits ab 8500 v. Chr. Zählsteine verwendet. Diese waren eine frühe Form der Buchhaltung. Unterschiedliche Formen standen für verschiedene Zahlenwerte. Tonfiguren kennzeichneten unterschiedliche Gegenstände oder Tiere. Bis in das 4. vorchristliche Jahrtausend, war für die frühen Agrargesellschaften ein einfaches System ausreichend. Mit dem Aufkommen der Stadtgesellschaften und Ausbau des Handels nahmen die Anforderungen zu. Abdrücke und Zahlzeichen auf Tontafeln waren die ersten "Frachtbriefe" im Handel. Die Zeichen wurden immer detaillierter und abstrakter, der Übergang zur Schrift entstand.

Weltweit entwickeln sich erste Schriften: Altägypten 3500 v. Chr. (Hieroglyphen), Mesopotamien 2700 v. Chr. (sumerische Keilschriften), Industal 2300 v. Chr. (Indien), China 1900 v. Chr. und Mittelamerika 1000 v. Chr. (Schrift der Olmeken/Mexiko).

3,25 TJ - Ötzi stirbt und "taut" 5000 Jahre später auf

„Ötzi“, die Gletschermumie aus den Ötztaler Alpen wird auf diese Zeit datiert. Sie ist damit eine der ältesten menschlichen Mumien.

2,5 TJ - Bronzezeit

Eine Scautafel mit Werkzeugen aus der Bronzezeit.

Dichte Wälder sind in Mitteleuropa nach wie vor vorherrschend. Metallverhüttung und -verarbeitung, die Bronzezeit beginnt und entwickelt sich besonders ab 1,7 TJ. Die Bronze-Legierung aus Kupfer und Zinn war ein beliebtes Material um Gebrauchsgegenstände, Schmuck und Waffen herzustellen. Die Menschen lebten jetzt dauerhaft in Siedlungen. Das Pferd wurde ein wertvolles Zug- und Lasttier. Die Menschen spezialisierten sich in verschiedenen Handwerken. Handel wurde sytematisch und kontrolliert betrieben. In Mitteldeutschland, Spanien, England und Irland entwickelten sich Kulturgroßräume mit einer stark gegliederten Gesellschaft. Mit der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Gold, Kupfer und Bronze entstehen soziale Ungleichheiten: Arme und Reiche, Eliten und Priester, Tempel und Paläste.

Eine Darstellung des Kosmos mit Sonne, Mond und Sternen.

Nebra-Scheibe - Die Himmelsscheibe von Nebra, eine kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, die als die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung gilt. Zeitraum 2700 -2100 v. Chr.

In den bronzezeitlichen Hügelgräbern wurden Personen mit herausgehobener Stellung bestattet. Für den Großteil der Verstorbenen sind Flachgräber und Urnenfelder typisch, Sonnenkult ist verbreitet.

Ab 800 J - Beginn der Eisenzeit und Erfindung der Töpferscheibe.

Die Menschen fingen allmählich an Eisen zu verarbeiten, das wesentlich härter ist als Kupfer oder Bronze und daher für Gebrauchsgegenstände besser geeignet war.


Zum Abschluss gibt es noch Tierbilder:

Click öffnet die Bilder in Großansicht!

Lesmesodon edingeri - Ein kleines fleischfressenden Säugetier, das im Eozän vor etwa 47 Millionen Jahren lebte. Fundort Grube Messel, Landesmuseum Detmold.
Parcodectes feisti - Ein fleischfressendes Säugetier, das im mittleren Eozän vor etwa 48–40 Millionen Jahren lebte. Fundort Grube Messel, Landesmuseum Detmold.
Mammuthus primigenius - Das Wollhaarmammut trat erstmals in der vorletzten Eiszeit vor etwa 200.000 Jahren in Mitteleuropa auf und war während der letzten Eiszeit in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet. Zahlreiche Höhlenmalereien und Mammutknochen-Anhäufungen in archäologischen Fundstellen belegen die Nutzung durch den Menschen. Landesmuseum Detmold
Coelodonta antiquitatis - Das Wollnashorn, auch Wollhaarnashorn oder Fellnashorn genannt, war eine ausgestorbene Art der Nashörner, die während des Mittel- und Jungpleistozäns in den eiszeitlichen Kältesteppen zwischen Westeuropa und Ostasien verbreitet war. Schädelfund aus jungeiszeitlichen Weserkiesen bei Vennebeck. Landesmuseum Detmold
Coelodonta antiquitatis - Nachbildung eines Wollnashorns in den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden
Bos primigenius - Der Auerochse war eine Wildrinderart, die im Pleistozän in Europa und Nordamerika weit verbreitet war. Fundstelle Kiesgrube Schlegel, Heidenoldendorf, 10.- 5. JT, Landesmuseum Detmold.
Bison priscus - Der Steppenwisent war während der letzten Eiszeit weit über Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. Es handelte sich um einen mächtigen Bison mit weit ausladenden, kräftigen Hörnern, der seine heutigen Verwandten deutlich an Größe übertraf. Es starb im Holozän vor ca. 8.000-5.000 Jahren im Zuge der Quartären Aussterbewelle aus. Fundstelle: jungeiszeitliche Weserkiesel bei Petershagen. Landesmuseum Detmold.
Megaloceros - Der Riesenhirsch erreichte eine Schulterhöhe von bis zu 2 Metern und ein Gewicht von etwa 1500 kg, doppelt so schwer wie ein Elch. Das riesige Geweih hatte eine Spannweite von bis zu 3,4 Metern und einem Gewicht von bis zu 50 kg - das größte Geweih, das je ein Tier getragen hat. Die letzten Riesenhirsche starben vor etwa 7.000 Jahren in Sibirien aus. Fossile Überreste und Höhlenmalereien belegen, dass der Riesenhirsch von den Menschen der Steinzeit gejagt wurde. Rekonstruktion Dinopark Münchenhagen.

Weitere Großtiere in den Kältesteppen der letzten Kaltzeit waren: Wildpferd, Saiga-Antilope, Ren, Höhlenlöwe und Höhlenbär.




Bildnachweise:
Ida: Jens L. Franzen, Philip D. Gingerich, Jörg Habersetzer1, Jørn H. Hurum, Wighart von Koenigswald, B. Holly Smith, Darwinius masillae PMO 214.214, CC BY-SA 2.5
Proconsul: Mauricio Antón, published with Alan Turner (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Proconsul_africanus.jpg), „Proconsul africanus“, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode
Pierolapithecus: La Fura, https://lafurapenedes.cat/paradis-del-mioce/pierolapithecus-catalaunicus-pau/
Lucy: Wikipedia, Gerbil, Lucy (Frankfurt am Main), CC BY-SA 3.0
Steinartefakte: Wikipedia, David R. Braun, Bokol Dora Stone Tool, CC BY-SA 2.0
Homo habilis: Rekonstruktion im Museum of Human Evolution, Burgos, Skulptur von Elisabeth Daynes (2010) basierend auf dem KNM-ER 1813-Schädel (Koobi Fora, Kenia, datiert 1,9 Ma). Originalbild vony Dbachmann (Foto), E. Daynes (Skulptur), Creative Commons Attribution-ShareAlike.
Homo erectus: Künstlerische Rekonstruktion von Turkana Boy. https://www.turkanabasin.org/turkanaboy/
Homo sapiens: Neanderthal-Museum, Mettmann, Homo sapiens sapiens (Fundort Jebel Irhoud Marokko), CC BY-SA 4.0 Höhle von Lascaux: archeologie.culture.gouv.fr/lascaux.
Tontafel: BabelStone, Early writing tablet recording the allocation of beer, CC BY-SA 3.0
Bronzewerkzeug: Ausstellung Landesmuseum Detmold, Foto Peter Vollbrecht
Nebra-Scheibe: Dbachmann „Nebra Scheibe“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
Alle weiteren Bilder: CC BY-NC-ND by peter vollbrecht